19. November 2021

«Movie Fight Club» (ehemals «Film des Monats») im Dezember: «Benedetta» von Paul Verhoeven

Der Schweizerische Verband der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten (SVFJ) lädt Kinoliebhaber.innen einmal im Monat dazu ein, gemeinsam mit Kritiker.innen über Filme zu diskutieren.

Am Montag, 6. Dezember 2021, sprechen wir im Kino Houdini in Zürich über Paul Verhoevens neuen Skandalfilm «Benedetta».

Mit dem Publikum diskutieren:

Sarah Stutte (Medientipp)
Denise Bucher (NZZ am Sonntag)
Selim Petersen (SRF, Moderation)

Filmstart ist um 18:00. Die Diskussion gibt es gleich anschliessend im Kinosaal.

Es wird zu reden geben: Sarah Stutte findet, in «Benedetta» verstecke sich unter dem trashigen Mantel ein bissig entlarvender Seitenhieb auf kirchliche Machtstrukturen. Denise Bucher nennt den Film eine frauenverachtende und handwerklich miesest gemachte Zumutung. - Und was meinen Sie?  

 

4. Oktober 2021

«Movie Fight Club» (ehemals «Film des Monats») im Oktober: «Je suis Karl»

Der Schweizerische Verband der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten (SVFJ) lädt Kinoliebhaber.innen einmal im Monat dazu ein, gemeinsam mit Kritiker.innen über Filme zu diskutieren. Was vormals «Film des Monats» hiess, haben wir nach unserer Sommerpause in «Movie Fight Club» umbenannt, weil wir die Auseinandersetzung suchen. Mit Filmen, miteinander. Im Namen einer lebendigen Kinokultur! 

Für den Oktober fiel die Wahl auf «Je suis Karl».

Das neue Werk des deutschen Regisseurs Christian Schwochow («Deutschstunde») dreht sich um die junge Maxi (Luna Wedler), die bei einem Terroranschlag ihre Mutter und ihre zwei Brüder verliert. Während ihrer Trauerphase gerät sie an den charismatischen Karl (Jannis Niewöhner), der plant, ganz Europa zu verändern - Maxi soll ihm dabei behilflich sein. Unwissentlich. 

Nach seiner Weltpremiere an der Berlinale 2021 und dem Kinostart in Deutschland hat das Drama für einige hitzige Debatten gesorgt. Dieser Film lässt niemanden kalt. Und so freuen wir uns auf eine rege Diskussion mit Ihnen in unserem «Movie Fight Club» am 10. Oktober um 17:40 Uhr im Kino Kosmos in Zürich. Für den SVFJ sind dabei: Denise Bucher (NZZ am Sonntag) und Christoph Schelb (OutNow).

Mehr Infos und Tickets gibt es hier

 

Zum Film:

1) Bei den neuen Kinofilmen ist Schluss mit Eskapismus. Endlich provoziert das Kino wieder die Auseinandersetzung mit der Welt, statt nur davon abzulenken. (Denise Bucher, NZZ am Sonntag)
https://nzzas.nzz.ch/kultur/neue-filme-jetzt-ist-schluss-mit-eskapismus-im-kino-ld.1648569

2) So subtil wie eine Paketbombe. (Michael Sennhauser, SRF)
https://www.srf.ch/kultur/film-serien/17-zurich-film-festival-je-suis-karl-so-subtil-wie-eine-paketbombe

3) Subtil geht zwar anders, aber aufgrund des engagierten Spiels der Schweizerin Luna Wedler reisst dies trotzdem mit und dürfte die Wirkung besonders bei einem jungen Publikum nicht verfehlen - und dies ist die Hauptsache, denn diesem gilt es die Augen zu öffnen. (Christoph Schelb, OutNow)
https://outnow.ch/Movies/2021/JeSuisKarl/Review/
 

18. Juni 2021

Film des Monats JUNI: «The Father» von Florian Zeller

Am Sonntag, 27. Juni, 17 Uhr, findet im Kino Kosmos, Zürich, die nächste Ausgabe unserer Gesprächsreihe «Film des Monats» statt. Unsere Wahl fiel auf «The Father», das Drama von Florian Zeller mit Anthony Hopkins und Olivia Colman in den Hauptrollen. Das interessierte Publikum ist herzlich dazu eingeladen, mit uns KritikerInnen über diesen aussergewöhnlichen Film zu diskutieren. 

Es diskutieren Alan Mattli (Maximum Cinema) und Christoph Schelb (OutNow), Selim Petersen (SRF) moderiert.

Weitere Informationen zu unserem Anlass finden Sie hier.

 

1) Pflege im Alter und Demenz sind eher unübliche Themen im Mainstreamkino. «The Father» erzählt ungeschönt und doch nahbar von einem solchen Schicksal, mit einer grandiosen Besetzung und absolut raffiniert inszeniert. (Silvia Posavec, NZZ am Sonntag) Hier geht's zur vollständigen Kritik.

2) Anthony Hopkins spielt sich in eine so zärtliche, mitunter boshafte und verletzliche Verwirrung hinein, dass man alles ringsum vergisst. (Hans Jürg Zinsli, Berner Zeitung) Hier geht's zur vollständigen Kritik.

3) «The Father» wird fast komplett aus der Sicht eines Mannes erzählt, der seinem Verstand nicht mehr trauen kann. Auf diese Weise wird das Gefühlschaos des Protagonisten spürbar gemacht, und dank der genialen Performance von Anthony Hopkins geht man dabei richtig mit. Erstklassiges Schauspielkino! (Christoph Schelb, OutNow) Hier geht's zur vollständigen Kritik.

4) Das Interview mit Regisseur Florian Zeller. Michael Sennhauser, SRF Filmpodcast: Kino im Kopf

4. Mai 2021

ES GEHT WEITER! Film des Monats MAI: «Promising Young Woman» von Emerald Fennell

Endlich: Am Sonntag, 16. Mai, findet im Kino Kosmos, Zürich, die nächste Ausgabe unserer Gesprächsreihe «Film des Monats» statt. Wir wollen nach dieser langen Kino-Zwangspause das interessierte Publikum dazu einladen, mit uns KritikerInnen weiter über die Filmkunst zu diskutieren. Die Wahl fiel auf «Promising Young Woman», das Debüt der Britin Emerald Fennell, 

Es diskutieren Sarah Stutte (Medientipp) und Denise Bucher (NZZ am Sonntag), Christoph Schelb (OutNow) moderiert. 

Weitere Informationen zu unserem Anlass finden Sie hier.

 

Männer sind Schweine: Jede Woche lässt sich Cassandra (Carey Mulligan) in einem Club volllaufen. Jedes Mal gibt es da auch einen netten Typen, der sich um die volltrunkene junge Frau kümmern will und sie mit nach Hause nimmt. In Wahrheit spielt Cassandra jedoch nur die Betrunkene, denn sie hat es genau auf solche «netten Typen» abgesehen. Sobald sich diese an der vermeintlich hilflosen neuen Bekanntschaft vergreifen wollen, dreht sie den Spiess um, lässt die nichts ahnenden Männer dafür bezahlen... Hier geht's zur vollständigen Kritik (OutNow).

Eine vielversprechende Rächerin: Cassie (Carey Mulligan) will Rache für ihre beste Freundin Nina, die vergewaltigt wurde und deshalb Selbstmord beging. Der Täter lebt unbehelligt weiter. Das klingt nach «Rape-Revenge-Movie». Aber Regisseurin Emerald Fennell unterläuft dieses Genre in ihrem Debüt durch Überzeichnung und bittersten Humor. Damit trifft sie uns umso härter... Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag).

7. Dezember 2020

ABGESAGT - Film des Monats DEZEMBER: «The Nest» von Sean Durkin

Den «Film des Monats» mussten wir im November pandemiebedingt ausfallen lassen. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen! Am Sonntag, 20. Dezember, führen wir unsere Gesprächsreihe im Kino Kosmos weiter. Diesmal fiel unsere Wahl auf das Drama «The Nest» von Sean Durkin. Die Handlung:

Die Familie von Rory O'Hara (Jude Law) zieht aus den USA zurück nach England in eine riesige Villa. Der Rohstoffhändler hat von seinem ehemaligen Arbeitgeber ein vielversprechendes Angebot erhalten. Rorys Frau Alison (Carrie Coon) hat jedoch ihre Bedenken und kaum angekommen im neuen Zuhause, geschehen merkwürdige Dinge. 

Es diskutieren Sarah Stutte (Medientipp) und Alan Mattli (Maximum Cinema), Moderation: Christoph Schelb (OutNow). 

Mehr Informationen zum Anlass finden Sie hier

19. Oktober 2020

Start unserer Gesprächsreihe «Film des Monats» im Kosmos Zürich

Diesen Sonntag, 25. Oktober, findet im Kino Kosmos, Zürich, die erste Ausgabe unserer Gesprächsreihe «Film des Monats» statt. Wir wollen das interessierte Publikum dazu einladen, mit uns KritikerInnen über die Filmkunst zu diskutieren. Der Start war für März 2020 geplant, musste aber wegen der Pandemie und dem Shutdown auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Jetzt legen wir trotz allem los mit «Never Rarely Sometimes Always», unserem Lieblingsfilm des Monats Oktober.

Es diskutieren Sarah Stutte (Medientipp) und Tobias Sedlmaier (NZZ), Selim Petersen (SRF) moderiert. 

Weitere Informationen gibt es hier.

 

1) Vom Überleben in einer Männerwelt: Eine siebzehnjährige Schülerin reist nach New York, um ihre Schwangerschaft abzubrechen. Regisseurin Eliza Hittman gelingt ein tief empfundenes Porträt einer Welt, die auch darauf ausgelegt ist, jungen Frauen das Leben schwer zu machen. Ein Meisterwerk mit sozialpolitischer Sprengkraft... Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag).

2) Das Interview mit der Filmemacherin Eliza Hittman von Filmexplorer finden Sie hier.

3) In «Never, Rarely, Sometimes, Always» gewährt Eliza Hittman einen sehr realen Einblick in die Sorgen und Nöte weiblicher Teenager. Ein Hauch von Traurigkeit umweht diese beiden von Sidney Flanigan und Talia Ryder grandios getragenen Figuren, die nur sich haben in einer Welt, von der sie nichts erwarten, in der an jeder Ecke erniedrigende Erfahrungen lauern und die sie deshalb zu Tode ängstigt... (Medientipp)

4) Eliza Hittman, die auch das Drehbuch geschrieben hat, zeichnet das Milieu, aus dem die beiden jungen Frauen kommen, mit einer schneidenden Präzision... (Sennhausers Filmblog)

5) Es ist ein sehr ruhiger Film ohne laute Gefühlsausbrüche, aber die kleinen, fast versteckten treffen direkt ins Herz. Eine kleine Filmperle und ein wunderschöner Hoffnungsschimmer... (OutNow)

6) Unspektakulär und minimalistisch, aber hautnah an den großartig gespielten jugendlichen Protagonistinnen und realistisch erzählt Eliza Hittman eine Abtreibungsgeschichte, plädiert für Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper und feiert die Stärke weiblicher Solidarität... (film-netz.com)

 

7. März 2020

Film des Monats MÄRZ: «Ema y Gastón» von Pablo Larraín

Ab März hätte neu jeweils am dritten Sonntag im Monat im Kino Kosmos eine Sondervorstellung mit anschliessendem Gespräch zum SVFJ-Film des Monats stattfinden sollen. Die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie hat das verunmöglicht. Wir hoffen, dass unser erstes Filmgespräch so bald wie möglich stattfinden kann. 

«Ema y Gastón» lässt sich zurzeit auf Filmingo streamen.

 

1) Ein Film wie ein wilder Ritt durch Chiles Reggaeton-Szene: Valparaíso, Chile, diese Tage. Weite Bucht am pazifischen Ozean, majestätischer Hafen. Hügel, bunte Häuser, prächtige Villen. Ein historischer Stadtkern, 2003 dem UNESCO-Weltkulturerbe zugeschlagen, kulturelles Zentrum Chiles mit brodelnder Club- und Tanzszene. Hier lebt Ema, jung, platinblond, von Beruf Tänzerin, intensiv und temperamentvoll gespielt von Mariana Di Girólamo. Sie tanzt unter ihrem Mann Gastón, Tänzer und Choreograf, 12 Jahre älter als Ema... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Cineman)

2) «Gn-tscha gntascha, gn-tscha gntascha, gn-tscha gntascha» – ein Beat zieht sich durch Pablo Larraíns Film. Es ist der Rhythmus einer Generation. Der Herzschlag einer Frau, Schwester, Mutter und Tänzerin, die mit einem Flammenwerfer durch die chilenische Hafenstadt Valparaíso läuft, um dem Schmerz über den Verlust ihres Sohnes Ausdruck zu verleihen... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Filmexplorer)

3) Rhythmische Reggaeton-Beats, bunte Hausfassaden und feurige Tanzeinlagen einer noch feurigeren Protagonistin: Das neue Tanzdrama von Pablo Larraín handelt von einer komplexen Mutter-Kind-Beziehung, eingebettet in die malerische Küstenstadt Valparaíso, und überzeugt mit poetischer Kamera und ungestümer Leidenschaft für körperliche sowie seelische Expressivität... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Maximumcinema)

4) Tanzen als Feuerprobe für das junge Chile: Wer mit dem Feuer spielt, braucht Mut, im Kino, wie im Leben. In Pablo Larraíns neuem Film «Ema y Gaston» lodern nicht nur Objekte wie eine Ampel, sondern vor allem Emotionen lichterloh... Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag)

5) Körperkult bis zum Exzess: Er ist Choreograph, sie seine Tänzerin, Geliebte, Widerpart. Ema (Mariana Di Girolamo) und Gastón (Gael García Bernal) bilden ein wildes künstlerisches Paar, das den Reggaeton, einen poppigen Musikstil, bis zum Exzess lebt. Sie haben Polo (Christián Suarez), einen Jungen aus Kolumbien, adoptiert. Doch der Knabe zündelt gern... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Textatur)

6) Filmpodcast «Kino im Kopf» mit Brigitte Häring: Drei Filme, drei Kontinente heute: Aus Chile kommt das starke Beziehungsdrama «Ema y Gastón» von Pablo Larraín. Aus Saudi-Arabien der Film «The Perfect Candidate»; ich habe mit der saudischen Regisseurin Haifaa Al Mansour gesprochen. Und aus der Schweiz und aus Kroatien ist «Mare» der Zürcherin Andrea Štaka; Michael Sennhauser hat ihr über den Film gesprochen. Dazu gibts wie immer eine Tonspur zum erraten und die fünf Kurztipps. Hier geht's zum Beitrag (Radio SRF)

2. Februar 2020

Film des Monats FEBRUAR: «Little Women» von Greta Gerwig

Ein Klassiker mit Coolness: Millionen von Mädchen und jungen Frauen sind mit der Geschichte der vier Schwestern und ihrer Mutter aufgewachsen: Der Klassiker «Little Women» von Louisa May Alcott aus dem Jahr 1868 gehört in den USA zum Volksgut, wie bei uns «Heidi» von Johanna Spyri. Die erste, heute verschollene, Verfilmung von 1917 war ein Stummfilm. Seither gab es alle paar Jahre eine neue Kino- oder Fernsehadaption von «Little Women». Die jüngste Version hat die Autorenfilmerin und Schauspielerin Greta Gerwig realisiert... Hier geht's zur vollständigen Besprechung, und hier zum Radiobeitrag (SRF).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Little Women»:

1) Wundersames Werk voller Leidenschaft und Energie: Von Louisa May Alcotts autobiografischem Bestseller aus dem Jahre 1868 gibt es jene Bühnen- und Fernsehadaptationen und sieben Verfilmungen, die achte stammt von Greta Gerwig. Hier geht's zum vollständigen Beitrag (Radio 24)

2) Talentierte junge Frauen: Die aufstrebende Regisseurin Greta Gerwig nimmt sich mit dem hochkarätig besetzten «Little Women» des vielfach verfilmten, gleichnamigen Klassikers von Louisa May Alcott aus dem Jahr 1868 an – und verpasst diesem einen erfrischend neuen Anstrich. Hier geht's zur vollständigen Kritik (Cineman)

3) Ein Skandal, dass Greta keine Chance hat: Greta Gerwig drehte mit «Little Women» den coolsten Film der Saison, wurde bei den Oscars aber schnöde übergangen. Hier geht's zur vollständigen Kritik (Tages-Anzeiger)

4) Bloss nicht heiraten! Greta Gerwig macht aus dem Roman «Little Women» eine elektrisierende Liebeserklärung an Frauen, die um ihre Eigenständigkeit in der Gesellschaft kämpfen. Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag)

5) Schärfung des feministischen Akzents, betörende Bilder: Schon mehrfach wurde Louisa May Alcotts 1868/69 erschienener zweiteiliger Roman verfilmt. Leicht könnte die Geschichte um das Coming-of-Age von vier Schwestern im Amerika der 1860er Jahre verstaubt daherkommen, doch... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Film-Netz)

5. Januar 2020

Film des Monats JANUAR: «Les misérables» von Ladj Ly

Regisseur Ladj Ly kennt das Milieu, das er in diesem Film inszeniert. Er ist darin aufgewachsen: In den Sozial-Blöcken von Montfermeil im 93. Arrondissement von Paris braucht es nur einen kleinen Anlass, um grosse Tragödien zu provozieren. Das merkt Polizist Stéphane (Damien Bonnard) sehr schnell, als er einer Drei-Mann-Brigade zugeteilt wird, die in dem Quartier für Ordnung sorgen sollen... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Sennhausers Filmblog).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Les misérables»:

1) Eine Banlieue im Bann von Drogen und Drohnen: Gleicher Titel, gleicher Handlungsort – davon abgesehen teilt Ladj Lys Drama kaum etwas mit Victor Hugos Romanklassiker... Hier geht's zum ganzen Beitrag (SRF).

2) Film naturaliste, postmoderne, voire kitch? Entre clip et série, un film qui va à toute allure, à marche forcée. Pourtant, ne s’agirait-il pas de «sauver le temps de la frénésie du présent» (Patrick Boucheron in Le Monde, 2-3 janvier 2016), «car il nous faut du repos, une halte pour reposer la conscience»? Mariama Balde a interviewé deux acteurs du film : Damien Bonnard et Djebril Didier Zonga... Hier geht's zum ganzen Beitrag (Filmexplorer).

3) Eine filmische Anklageschrift: Im Spielfilmdebüt des französischen Dokfilmers Ladj Ly lernt ein Polizist aus der Provinz die brutale Realität in den Pariser Banlieues kennen. Die erschütternde Geschichte ist fiktiv, könnte aber genausogut real sein... Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag).

4) Ladj Ly ist das neue Wunder des französischen Kinos. Die Kamera ist seine Waffe:​ Sein Spielfilmdebüt «Les misérables» über Polizeigewalt in den Banlieues geht ins Rennen um den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Wer ist Ladj Ly?​​​​​​ Hier geht's zum Porträt (Frame).

5) Das Gesetz der Strasse: Der Oscar-nominierte französische Thriller katapultiert das Publikum furios ins wunde Herz der soziokulturellen und religiösen Parallelwelt in Montfermeil bei Paris... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Journal 21).

1. Dezember 2019

Film des Monats DEZEMBER: «The Lighthouse» von Robert Eggers

Ein surreales Kinoerlebnis, das sich im Kopf festbeisst: Als Thomas Wake und Ephraim Winslow – zwei knorrige Typen – ihren Leuchtturm-Dienst auf einer gottverlassenen Insel antreten, ahnen sie noch nicht, dass sie diese nicht mehr loslassen wird... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Deadline). 

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Weitere Beiträge zu «The Lighthouse»: 

1) Hüter des Lichts: Zwei Männer und ein Leuchtturm, allein auf einem abgeschiedenen Eiland? Klar, die werden bald von Lustträumen heimgesucht und verlieren den Verstand – ihre Fixierung auf den leuchtenden Phallus macht sie wahnsinnig. Etwas absehbar, aber formal überwältigend, dieses patinierte Kammerspiel von Robert Eggers. Und Willem Dafoe und Robert Pattinson spielen, als hätten sie nur auf diese Rolle gewartet. (Florian Keller, WOZ)

2) A sensual, raw, often ruthless and claustrophobic cinematic experience: To avoid any confusion: there is little light in The Lighthouse. The tone is pitch dark, the screen mostly lit in differing shades of grey, and at some point during this rough, growling maritime two-hander the main characters both lose their way and their senses and, ultimately, only see red. Intricacy, bewilderment and chaos, however, are the driving force in Robert Eggers’ impressive follow up to New England ghost story The Witch, in which the director invested a lot of period details to get things just right... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Filmexplorer).

3) Allerfeinstes Seemannsgarn: Der klaustrophobische Thriller mit Fantasy-Elementen erzählt eine archaische Geschichte in einer hoch artifiziellen Inszenierung. So eigenwillige Filme, aber starbesetzt - das gibt es so gut wie nicht mehr... Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag).

1. November 2019

Film des Monats NOVEMBER: «Sorry We Missed You» von Ken Loach

Mit ihrem jüngsten Film sind sich Ken Loach und sein Drehbuchautor Paul Laverty treu geblieben und haben zugleich etwas Neues probiert. Alles dreht sich um die kleinen Leute in England, wie gewohnt. Aber die Probleme entstehen in der Familie, das asoziale, ausbeuterische System des Spätkapitalismus sorgt bloss dafür, dass sie nicht mehr zu bewältigen sind... Hier geht es zur vollständigen Kritik (Sennhausers Filmblog).

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Weitere Beiträge zu «Sorry We Missed You»:

Die Nöte der kleinen Familie: Ein Familiendrama, das ans Herz geht: Der britische Regisseur schlägt mit «Sorry We Missed You» neue Töne an. Hier geht's zur vollständigen Kritik (SRF Kultur).

1. Oktober 2019

Film des Monats OKTOBER: «Portrait de la jeune fille en feu» von Céline Sciamma

Dieser Film ist ein Kunstwerk: Céline Sciamma erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe zwischen zwei Frauen, die, eingeengt von gesellschaftlichen Konventionen, jede Möglichkeit zur Rebellion nutzen.

Hier geht's zur vollständigen Kritik (NZZ am Sonntag).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Portrait de la jeune fille en feu»: 

1) Was für ein Film! Marianne soll ein Portrait von Héloïse malen. Das Jahr ist 1770, Marianne, Tochter eines renommierten Malers, ist eine der ersten eigenständigen Malerinnen. Hier geht's zur vollständigen Kritik (Sennhausers Filmblog).

2) Il n’y a rien de plus beau. C’est par l’image d’une ligne noire tracée sur du papier blanc dans un mouvement à la fois ample et précis que s’ouvre «Portrait de la jeune fille en feu». Il n’est pas exagéré de dire que ce geste exprime à lui seul la poétique du nouvel opus de Céline Sciamma, tant la singularité esthétique de celui-ci tient dans la quête d’un équilibre entre rigueur de la mise en scène et éclatement du désir...  Hier geht's zur vollständigen Kritik (Filmexplorer).

1. September 2019

Film des Monats SEPTEMBER: «Diego Maradona» von Asif Kapadia

Irrwege eines Überiridischen

In manchen Momenten dieser Doku wähnt man sich in einem Mafiafilm aus Hollywood. Das ist ganz im Sinne von Regisseur Asif Kapadia. Der Oscarpreisträger lässt sich für seine Dokumentationen gerne von Spielfilmen inspirieren. So vergleicht Kapadia bei unserem Interview in Cannes all seine Kinodokus mit Genrefilmen: «Für mich ist ‹Senna› ein heroischer Actionfilm. ‹Amy› ist ein Musical – ein trauriges, gefühlsstarkes Musical. Und ‹Diego Maradona› ist wie ‹Mean Streets› von Scorsese: ein Gangsterfilm oder ein Thriller.»

Hier geht's zur vollständigen Kritik (SRF).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Diego Maradona»

1) Aufstieg und Fall des Fussballers Diego Armando Maradona: Dokumentarfilmer Asif Kapadia arbeitet die tragischen neapolitanischen Jahre des Starfussballers Diego Maradona auf und erklärt Eric Facon, was ihn am Leben des Sportidols interessiert hat... Hier geht's zum Radiobeitrag (SRF).

2) Diego gegen Maradona: Den besten Film über Diego Maradona hat Emir Kusturica gedreht. Der serbische Regisseur und doppelte Gewinner der Goldenen Palme von Cannes sagte 2006 in seiner unbescheidenen Art: «Ich bin der beste Regisseur der Welt und porträtiere den besten Fussballer der Welt.» Der daraus resultierende Film «Maradona by Kusturica» überzeugt im Aufeinanderprallen der beiden unberechenbaren Charaktere. Maradona kam zur Premiere nach Cannes, liess sich feiern und jonglierte vor der Vorführung auf der Bühne mit dem Ball... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Tagesanzeiger).

3) Il regista britannico Asif Kapadia trasforma la passione del passato e l'ossessione. Non racconta solo una personalità, ma fa una meditazione immersiva su di essa. Kapadia si immerge nelle materie prime del giornalismo: filmati di notizie, home video e altri media "oggettivi". Non è che non modella il materiale. I suoi film sono brillantemente montati... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Cinemaitaliano).

1. August 2019

Film des Monats AUGUST: «Parasite» von Bong Joon-ho

Leben an den entgegengesetzten Enden der Wohlstandsgesellschaft

Die eine Familie ist arbeitslos und lebt in einer schmutzigen Kellerwohnung. Die andere ist stinkreich und bewohnt eine lichtdurchflutete Architekten-Villa. Während sich die Habenichtse mit Talent, Chuzpe und viel Psychologie in die Villa hineinwurmen, ahnen die anderen nicht einmal ansatzweise, wen sie sich da ins Nest geholt haben.

Hier geht's zur vollständigen Kritik (Sennhausers Filmblog).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Parasite»:

1) «Eine Komödie ohne Clowns und eine Tragödie ohne Bösewichte»: Der Familie von Vater Ki-taek fehlt es nicht an praktischem Sinn: Wenn die Strasse vor ihrer Kellerwohnung gegen Insekten desinfiziert wird, lassen sie die ebenerdigen Fenster sperrangelweit offen. Zwar husten sie bald in den dichten Qualm, der sie umgibt, doch immerhin versprechen sie sich davon eine kostenlose Beseitigung des Ungeziefers, mit dem sie ihre vier heruntergekommenen Wände, irgendwo in einer unbestimmten südkoreanischen Stadt, teilen. Der schauerliche Zustand und die beengte Wohngeografie werden uns mit einem simplen erzählerischen Einfall gleich zu Anfang vor Augen geführt... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Filmbulletin).

2) Rabenschwarze Satire über Klassenkampf und Klassenidentität: Die Parallelen zwischen «Parasite» und seinem direkten Vorgänger im Cannes-Palmarès, Hirokazu Kore-edas berührendem Drama «Shoplifters» (2018), sind nicht zu übersehen: Beide Filme handeln von mittellosen Familien, die sich mit gewieften Tricksereien eine gewisse finanzielle Sicherheit ergaunern. Doch während das bei Kore-eda auf mehr oder minder herkömmlich-kleinkriminelle Art und Weise geschieht – nämlich hauptsächlich mit Ladendiebstahl –, erinnert Bong Joon-hos unberechenbare Umsetzung dieser Ausgangslage daran, warum er mit schöner Regelmässigkeit als Enfant terrible des südkoreanischen Kinos bezeichnet wird... Hier geht's zur vollständigen Kritik (Maximumcinema).

1. Juli 2019

Film des Monats JULI: «Kursk» von Thomas Vinterberg

Fahrlässiger Untergang

Nach einer wahren Begebenheit: Diesen Satz sieht man jüngst immer häufiger im Kino, sei es im Fall der britischen Spionin «Red Joan» (mit Judi Dench), in der mazedonischen Episode «God Exists, Her Name Is Petrunya». Oder nun auch hier im Falle des Katastrophenfilms «Kursk».

Im Jahr 2000 nahm ein russisches U-Boot Kurs auf die Barentssee – eigentlich bloss zum Manöver. Die K-141-Kursk mit 118 Mann Besatzung war mit atomaren Marschflugkörpern bestückt und sank, infolge mehrerer Explosionen, ausgelöst durch einen technischen Defekt. Tatsächlich war das U-Boot, Baujahr 1990/91, ziemlich marode, worauf Besatzungsmitglieder vor der Fahrt hingewiesen hatten. Die russische Militärführung aber behauptete, die Kursk sei durch ein amerikanisches U-Boot gerammt worden. Abgesehen davon hätte man auch die Rettung der Überlebenden im Griff: 23 U-Seeleute sassen im beschädigten Teil des Bootes fest und hofften.

Ursprünglich wollte Luc Besson  («Lucy», «Le grand bleu», demnächst «Anna») den Stoff verfilmen, zog sich dann aber zurück. Regisseur Thomas Vinterberg und Drehbuchautor Robert Rodat übernahmen und stützten sich auf das Buch «A Time to Die» von Robert Moore. Sie entwickelten das Drama auf drei Ebenen: einer familiär privaten, einer menschlichen (im Boot) und einer militärisch-politischen (auf See, bzw. Land).

Anfangs wird eine Hochzeit gefeiert, die Seeleute verabschieden sich von ihren Familien und Frauen und Freudinnen…

Hier geht's zur vollständigen Kritik (Breiner Textatur).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Kursk»:

1) Kinotipp von Alex Oberholzer für «Radio 24»

2) «Kursk» und «Tchernobyl»: Filmproduktionen über Russland in Not: Thomas Vinterberg erzählt die U-Boot-Katastrophe nach, bei der 23 Matrosen ums Leben kamen. Nach der HBO-Serie «Tchernobyl» ist das die zweite Produktion, in der westliche Regisseure sich mit Russlands Versagen beschäftigen. Hier geht's zur vollständigen Kritik («NZZ am Sonntag»).

5. Juni 2019

Film des Monats JUNI: «En liberté!» von Pierre Salvadori

Ein Missverständnis kommt selten allein

Yvonne (Adèle Haenel) fällt aus allen Wolken, als sich ihr als Held gefeierter Ehemann Louis (Damien Bonnard), der im Dienst als Polizeichef ums Leben kam, in Tat und Wahrheit als korrupt entpuppt. Und nicht nur das: Um seine Haut zu retten, hat er sogar einen Unschuldigen namens Antoine (Pio Marmaï) für acht Jahre hinter Gitter gebracht. Als der Pechvogel entlassen wird, beginnt Yvonne deshalb – selbst ausgebildete Polizistin  – mit der Überwachung von Antoine: Sie will seinen Ruf wiederherstellen und ihm den Start in den Alltag abseits vom Gefängnis erleichtern. Doch das stellt sich als schwieriger heraus, als zunächst angenommen…

Hier geht's zur vollständigen Kritik (Cineman)

Trailer

Weitere Beiträge zu «En liberté!»:

Französische Krimiheldin ermittelt: Mission turbulent (SRF)

Französische Komödien sind eher rar in unseren Kinos. Wenn es nicht gerade die «Ch’tis» betrifft oder «ziemlich beste Freunde», dann dominiert in der deutschen Schweiz doch eher das ernsthafte «Cinéma des auteurs» aus Frankreich. Aber da gibt es mit Pierre Salvadori einen Regisseur, der die Autorenkomödie pflegt. Mit seinem aktuellen Film «En liberté» ist ihm das ziemlich gut gelungen...

Hier geht's zur vollständigen Kritik

1. Mai 2019

Film des Monats MAI: «Ray & Liz» von Richard Billingham

Fotografengedächtnis gegen Sozialromantik

Ray schenkt sich sein Glas immer voll, bis knapp unter den Rand. Auch mit zitternden Händen, auch wenn er dreimal ansetzen muss, um die Plastikflasche mit dem billigen Heimgebräu leer zu kriegen. Früher hat er auch die Teetasse für seine Frau Liz genau so knapp unter den Rand gefüllt. Ihre zwei Süsswürfel hatten allerdings doch noch Platz.

Regisseur Richard Billingham ist als Fotograf berühmt geworden, mit Bildern von seinen Eltern. Nun filmt er mit der gleichen Präzision, dem gleichen messerscharfen, ungefärbten Blick, wie es war in Birmingham, in einer verwahrlosten Sozialwohnung, mit verwahrlosten, überforderten Eltern, einem Bruder und einer ebenso «dysfunktionalen» Verwandtschaft.

Hier geht's zur vollständigen Kritik (Sennhausers Filmblog).

Trailer

 

Weitere Beiträge zu «Ray & Liz»:

1) Interview und Besprechung von Filmexplorer (Video)

2) «Ray & Liz»: Eine schrecklich arme Familie. Armut wird im Film oft verharmlosend dargestellt. Richard Billingham tut in «Ray & Liz» das Gegenteil. Das Drama ist so roh und authentisch, dass man kaum hinsehen kann. Hier geht's zur vollständigen Kritik («NZZ am Sonntag»). 

1. Mai 2019

Neu: SVFJ - «Film des Monats»

Ab Mai 2019 wählt eine Auswahlgruppe bestehend aus Mitgliedern unseres Verbands jeden Monat einen «Film des Monats».

In die Ränge kommen Filme, die aktuell in der Schweiz im Kino laufen. Der auserkorene Film wird zu Beginn des entsprechenden Monats via Email und auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram) kommuniziert und mindestens eine Rezension dazu auf dieser Seite veröffentlicht.

Die Kritiken sind von Mitgliedern der Auswahlgruppe verfasst worden. Manche Texte sind bereits anderswo erschienen und werden hier mit Einwilligung der jeweiligen Redaktion und unter Angabe des Erscheinungsdatums im Originalmedium nochmals veröffentlicht.

Die Idee dahinter: Unser «Film des Monats» ist eine minimale Massnahme gegen die immer spärlicher werdende Filmberichterstattung. Er soll die Diskussion über die Kino- und Medienkultur in der Schweiz anregen.